"Hört, Ihr Leut, und laßt Euch sagen! Wir sind hier zusammen gekommen, um Marktgericht zu halten, auf daß all jene, denen Schand  zuteil geworden, nun mögen Recht erfahren, und auf daß all jene, welche Schändlichkeiten auszuhecken wußten, nun mögen gerichtet werden im Namen unseres allgerechten Kaisers, Ludwig des Bayern, und im Namen unseres vielgeliebten Heilands Jesus Christus!

Darum finde sich ein und eile herbei, wer Unrecht zu beklagen oder ein Schade zu bejammern habe, und trage ihn vor der edlen Hilthegunthe de Vogelsange, belehnte Richterin von Gottes, des Kaisers und des Fürsten zu Sayns Gnaden, auf daß der Marktfriede gewahret und das Recht gehalten bleibe!"

 

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So oder so ähnlich beginnt es meistens, das Marktgericht. Hilthegunthe de Vogelsange, belehnte Richterin, wird unterstützt von der geistlichen Gerichtsbarkeit:

Bruder Johannes Teutonicus vom Orden der Dominikaner, sowie der leicht schwerhörig - oder schwer verwirrte - Bruder Maurus aus Einsiedeln, stehen Ihr bei, das Recht zu wirren - äh, zu walten!

Gleich der erste Fall erfordert viel Feingefühl. Zwei zerstrittene Brüder ...
Doch wie sich bald herausstellt, steckt hinter alledem - wie immer - das Weib.

Das dann auch - ebenfalls wie immer - Recht behält. Ein authentischer Fall nach Vorlage des Sachsenspiegels!

Doch nun wird es spannend: Eine Diebin wurde gefaßt!
Der Ankläger ist unerbittlich - und dazu adelig. Und reich!

Und obwohl die Schwester der Beklagten Zeter und Mordio schreit ...

... bleibt dem Gericht nur eines: Das Gottesurteil!
Seht! Sie spuckt das geweihte Brot! Verfluchte Tat! Sie ist schuldig!
Der Henker wartet schon - sie soll ihre Hand verlieren.
Doch hecken da unbemerkt böse Geister etwas aus?
Der Henker will zur Tat schreiten. Die Kindlein halten sich die Augen zu.
... da kommt es zum furiosen Finale. Kampfgetümmel! Marktfriedensbruch!
 Bei dem die Richterin selbst in Gefahr gerät ...
... und am Ende natürlich das Gute siegt!
Denn so steht es schon in unserem Rechtsbuch, dem Sachsenspiegel:

"Wer sich auf das Recht versteht,

ob es ihm lieb ist oder leid,

ob es ihm Gram ist oder Freud:

Er soll sich stets daran halten!"

 

Das Markgericht unterliegt unserem Copyright: (c) Nike Roos